cociana
Das reisende Mittagessen

Boot, Weinberg, Berg, Motorhaube

Das reisende Mittagessen

4 to 24 Personen · 3, überwiegend kalt · 60 € to 160 € pro Gast

Mittagessen dort, wo es gar keine Küche gibt: ein Boot, eine Weinbergzeile, eine Berghütte, ein Strand am Ende eines Feldwegs. Kalt gebaut, gut getragen, richtig serviert.

Das reisende Mittagessen ist das älteste Luxusformat und das stillste schwierige. Es gibt keine Küche, keinen Strom, keinen Wasserhahn und keinen zweiten Versuch, also entscheidet sich alles Stunden vorher in der kalten Küche: eine Terrine, die sauber schneidet, eine Pastete, die bei Umgebungstemperatur besser schmeckt, ein Salat, der im letzten Moment angemacht wird, kaltes Lammfleisch, gutes Brot, ein Hartkäse, Obst. Die Eleganz liegt im Tragen: echte Teller, echtes Glas, ein richtiges Tuch, Salz in einem kleinen Gefäß, ein scharfes Messer.

Die Kühlkette ist das einzige echte Risiko. Alles mit Ei, Sahne oder Mayonnaise muss bis zwanzig Minuten vor dem Servieren unter fünf Grad bleiben, also Kühlboxen mit echten Kühlakkus und keine Tasche im heißen Auto. Profis packen in der Reihenfolge des Servierens, damit nichts zweimal ausgepackt wird, und nehmen doppelt so viel Wasser mit, wie sie zu brauchen glauben.

Rechnen Sie mit 60 bis 160 Euro pro Gast, je nachdem wie ernsthaft die Ware ist, plus eine Person zum Servieren und Tragen je acht Gäste. Gut gemacht ist das jenes Format, von dem Gäste noch Jahre später erzählen: ein gedeckter Tisch auf einer Steinmauer zwischen Rebzeilen, kalter Wein in einem Eimer Quellwasser und ein Mittagessen, das dort absichtsvoll schmeckt, wo eigentlich nichts möglich sein sollte.

Der Abend

Wie er läuft

  1. 07:00Die Küche baut alles kalt: Terrine, Pasteten, Salate, Dressing getrennt
  2. 10:00Packen: Kühlboxen, Tuch, Teller, Gläser, Besteck, Messer, Müllbeutel
  3. 12:00Transport mit intakter Kühlkette, nie im heißen Kofferraum
  4. 13:00Tisch gebaut, Tuch beschwert, Wein in Wasser und Eis
  5. 13:20Servieren: kalter Auftakt, das Hauptstück tranchiert, Käse und Obst
  6. 15:30Alles wieder eingepackt, einschließlich jedes Stücks Müll

Passt für

Wann man es wählt

  • Bootstage, Weingutbesuche, Wanderungen, Jagdessen
  • Orte, die kein Transporter erreicht
  • Menüs aus Terrinen, Pasteten, Salaten, kaltem Braten und gutem Brot
  • Gastgeber, die an einem unvernünftigen Ort einen richtigen Tisch wollen

Lieber nicht

Wann es nicht passt

  • Alles Frittierte, Geschäumte oder mit der Pinzette Angerichtete
  • Mayonnaise und Sahne in einem heißen Auto ohne Kühlkette
  • Pappteller, die die ganze Idee zunichtemachen
  • Wasser, Eis und Müllbeutel zu vergessen

Bevor Sie etwas unterschreiben

  • Das ganze Menü am Vortag bei Umgebungstemperatur probiert
  • Kühlboxen mit echten Akkus, in der Reihenfolge des Servierens gepackt
  • Echte Teller, Glas, Besteck, Tuch, Salz, Pfeffer, scharfes Messer
  • Doppelt so viel Wasser wie gedacht, dazu Eis für den Wein
  • Müllbeutel: alles, was ankommt, fährt wieder mit
  • Ein Schattenplan und eine ebene Fläche im Voraus bestimmt

Fragen von Gastgebern

Was lässt sich gut transportieren?

Terrinen, Pasteten, gefüllte Pasteten, kalter Braten, Hartkäse, marinierte Gemüse, Brot, Obsttartes mit fester Kruste. Salate erst vor Ort anmachen.

Wie bleibt das Essen im Sommer sicher?

Kühlboxen mit Akkus, unter fünf Grad bis zwanzig Minuten vor dem Servieren, und kein Gericht mit Sahne oder Ei, das länger als zwei Stunden ungekühlt war.

Wie viel Personal?

Eine Person je acht Gäste, vor allem zum Tragen, Servieren und wieder Wegräumen.

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